von Thomas Streuer
Wenn der langfristige Ertagshebel die Kosten übersteigt
Wenn der langfristige Ertagshebel die Kosten übersteigt
„Für die paar Prozent Unterschied lohnt sich der ganze Aufwand doch gar nicht.“
Diesen Gedanken höre ich immer wieder, wenn es darum geht, eine bestehende Vermögensstruktur zu überprüfen oder neu zu gestalten.
Und natürlich muss sich der Aufwand einer Veränderung wirtschaftlich rechtfertigen. Zeit, Beratung, organisatorischer Aufwand und Kosten müssen in einem vernünftigen Verhältnis zum möglichen Nutzen stehen.
Doch genau hier kann ein Denkfehler beginnen: Wir sehen sehr genau, welchen Aufwand eine Veränderung heute verursacht – aber wesentlich schwerer, welchen langfristigen Hebel eine bessere Entscheidung entwickeln kann.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur:
„Welchen Aufwand bedeutet eine Veränderung heute?“
Sondern:
„Was kann sie für mein Vermögen in den nächsten fünf, zehn oder fünfzehn Jahren bewirken?“
Bei größeren Vermögen können bereits kleine Unterschiede über die Jahre erhebliche Auswirkungen haben. Eine passendere Anlagestrategie. Eine bessere Abstimmung verschiedener Vermögensbausteine. Eine sinnvollere steuerliche oder rechtliche Gestaltung. Oder eine frühzeitig geplante Vermögensübertragung.
Der Nutzen einer solchen Veränderung kann sich über Jahre entwickeln – während ein Teil des dafür notwendigen Aufwands bereits heute sichtbar wird.
Genau deshalb sollte Wirtschaftlichkeit nicht allein danach beurteilt werden, wie viel Zeit, Aufwand oder Kosten eine Veränderung zunächst verursacht. Wirtschaftlichkeit bedeutet, den heutigen Aufwand und die Kosten dem langfristigen Nutzen gegenüberzustellen.
Denn manchmal ist die teuerste Entscheidung sogar diejenige, die nie überprüft wurde. Deshalb sollten gerade größere Vermögen regelmäßig als Ganzes betrachtet werden: Passt meine heutige Struktur noch zu meinem Leben, meiner Familie, meinen Werten und meinen zukünftigen Zielen?
Vielleicht liegt der letzte Denkfehler dieser Serie deshalb nicht darin, ob sich der Aufwand für die paar Prozent Unterschied lohnt –
sondern darin:
„Ich unterschätze den langfristigen Hebel, der aus einer regelmäßig überprüften Vermögensstruktur über die Jahre entstehen kann.“
Mit diesem Beitrag endet meine Serie:
„Sechs Denkfehler, die Vermögen kosten – obwohl sie vermeidbar wären.“
Mich interessiert zum Abschluss Ihre Erfahrung: Wann haben Sie Ihre Vermögensstruktur zuletzt grundsätzlich überprüfen lassen?
Ich freue mich auf einen respektvollen Austausch.
Thomas Streuer-de Haan ist Certified Financial Planner (CFP®), Geschäftsführer der Finanzplanung Eco GmbH und als Strategieberater einer Vermögensverwaltung im BaFin-Register eingetragen.
Denn Vermögen wächst nicht nur durch gute Geldanlagen – sondern vor allem durch gute Entscheidungen.
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